IMG 1666Gemeindeeinkehrtag 2014

Am ersten Fastensonntag, dem 09. März 2014, waren alle Gemeindemitglieder zum diesjährigen Einkehrtag eingeladen. Pfarrer Manthey begrüßte alle Teilnehmer und bedankte sich für die rege Teilnahme. Trotz des frühlingshaften Wetters war das Pfarrheim gut gefüllt. Der Pastor wies zuerst auf die lange Vorbereitungszeit der Veranstaltung hin. Sinnbildlich entspräche das einem Festessen: Der Koch überlege zuerst die Menüfolge, kaufe ein, bereite die Speisen, dekoriere den Tisch und dann sei in kurzer Zeit alles aufgegessen. Wenn alles richtig zusammenpasse, entstünde ein Gefühl der Zufriedenheit. Ähnlich sei es mit der Liturgie: Die Lieder, die Musik und die Texte würden ausgesucht und die Dekoration erstellt. Wenn alles gut miteinander harmoniere, gehen die Gottesdienstbesucher mit einem guten Empfinden und im Bewusstsein einer Gottesbegegnung nach Hause. Die Liturgie bleibe den Menschen lange in Erinnerung.

 

Neben dem Einführungsvortrag von Pfarrer Manthey gab es vier Vorträge und Arbeitskreise zu verschiedenen Aspekten der Liturgie.
Kaplan Olding aus Emmerich berichtete über „ Wesentliches und Wandelbares in der Liturgie“, wobei er ein Hauptaugenmerk auf die Vorstellung des VENI! Konzeptes legte. Das von Jugendlichen und jungen Erwachsenen getragene Gottesdienstkonzept erreicht mit Filmausschnitten und multimedialen Elementen, Licht und Ton eine jugendgerechte Umsetzung biblisch christlicher Themen. Der VENI! Gottesdienst am Abend konnte dabei überzeugend darlegen, dass hier nicht nur Jugendliche, sondern auch jung gebliebene Christen aller Altersstufen angesprochen werden. In seinem Vortrag legt Kaplan Olding dann auch besonderen Wert auf die Verbundenheit des Gottesdienstes mit der christlichen Lehre. „Wenn wir uns von Christus als Ursprung und Sinn entfernen, müssen wir das Konzept direkt einstellen“.
Zeitgleich referierte Frau Graciela Sonntag, Rundfunkbeauftragte des Bistums, über die „Sprache in der Liturgie“. Ausgehend von Hilde Domins Gedicht „Bitte“ verdeutlichte sie anschaulich die Kraft der Sprache.
In einem kurzen Überblick wurde die Begegnung mit Gott besprochen, die durch die Lesungen und Evangelien, also das aufgezeichnete göttliche Wirken, auch in heutiger Zeit ermöglicht werden. Ein weiterer Vortragsteil bezog sich auf die Gebete in der Liturgie, hier wurde die Taufwasserweihe näher untersucht. Zu guter Letzt wurden die Teilnehmer aufgefordert,  aus der Lesung des Tages ihr jeweiliges „Hoffnungswort“ vorzustellen. Eine interessante Methode, die einen ersten Zugang auch zu ansonsten eher sperrigen Texten ermöglicht.
Nach einer kurzen Pause und einer Stärkung bei Kaffee, Tee und Kuchen startete der zweite Vortragsblock.
Pfarrer Dr. Stefan Rau hatte interessante Betrachtungen zu „Zeichen und Gesten in der Liturgie“ im Gepäck. Nach zuerst lockerer Betrachtung, „Wir haben die Liturgie reformiert, der Kirchenschmuck steht jetzt auf der anderen Seite“, erklärte er an einigen Beispielen, dass durchaus die Gefahr bestehe, Zeichen durch zu starke Reduktion bis zur Unkenntlichkeit zu verwässern. Hier nannte er  das Taschentuch als Taufkleid in den 1950er Jahren.  Anschließend beschäftigte ihn die Frage, was denn überhaupt ein „liturgisches Handeln“ sei. Hierbei wurde deutlich, dass neben dem Leben als Person in der Gemeinschaft und dem Glauben an Gott, auch der Ausdruck des Glaubens in Zeichen zu den elementaren Bedingungen für liturgisches Handeln gehören. Im weiteren Verlauf des Vortrags wurden die Faktoren, die die Liturgie beeinflussen, besprochen. Welchen Einfluss hat ein geänderter Kirchenraum auf das real erlebte Geschehen? Was wäre, wenn man eine Osternacht um 5 Uhr in der Frühe feiern würde?
Domorganist Wolfgang Schwering aus Xanten referierte zum Thema „Musik in der Liturgie“.Dabei betonte er die beim Singen entstehende Gemeinsamkeit, bei der sich alle, auch mit unterschiedlichen Eigenschaften bezüglich Tonhöhe oder Lautstärke, beteiligen können. Er erklärte die  passende Musik für verschiedene Abschnitte der Liturgie und auch, warum für unterschiedliche Anlässe verschiedene Lieder benutzt werden. Herr Schwering bezog sich auf Beispiele aus dem neuen Gotteslob, das auch verteilt wurde.  Die Teilnehmer konnten  durch Mitsingen die unterschiedliche Wirkung der einzelnen Lieder direkt spüren. Als der Gesang richtig lebhaft wurde, war die Vortragszeit leider schon vergangen.

Um 18 Uhr endete der diesjährige Einkehrtag mit einer Messfeier, die durch das VENI! Team gestaltet wurde. Thematisch wurden die Beziehung der Menschen untereinander, die Leb- und Haltbarkeit der zwischenmenschlichen Liebe beleuchtet. Dabei dienten Filmausschnitte u.a aus Pretty Woman zur Illustration. Dass Liebe auch Arbeit ist und nicht immer alles rund läuft, wurde schön an Hape Kerkelings parodierter Buchvorstellung als Evje van Dampen deutlich.Die Bibeltexte, die nach den Filmausschnitten gelesen wurden, zeigten klar, dass auch der Bibel kein menschliches Gefühl fremd ist. Die Wurzel unseres Vertrauens in ausdauernde und aushaltende Liebesbeziehungen basieren auf der Liebeszusage Gottes, die in Jesus Christus‘ Leben und Tod ihre brachiale Erfüllung gefunden hat.
Der Gottesdienst wurde musikalisch von den Feuerzungen, die in Topform aufspielten, begleitet.
Dem gesamten Vorbereitungsteam, den Referenten, dem VENI! Team und den Feuerzungen, aber auch allen, die mit größeren und kleineren Handgriffen für diesen gelungenen Einkehrtag gesorgt haben, bleibt herzlich zu danken.

 

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