Gemeinschaft des Glaubens ohne sichtbare Versammlung der GläubigenDSC 4806

Das Verbot der öffentlichen Messfeier in der Corona-Krise ist ein tiefer Einschnitt in das Glaubensleben vieler Menschen. In der Solidarität mit den Kranken und dem Wunsch möglichst viele Ansteckungen zu verhindern, tragen wir es mutig mit. Im Augenblick feiere ich die Eucharistie alleine mit dem Küster, stellvertretend für die ganze Gemeinde. In geistlicher Weise beten wir für alle Menschen und ihre Anliegen, für die Kranken und für die Verstorbenen. Es ist schon merkwürdig, wenn dabei das Kirchgebäude leer ist.

Wir Menschen brauchen leibhaftige Zeichen und Symbole, damit unser Glaube nicht austrocknet. Die Lieder, die Texte der Bibel, Brot und Wein, die Wandlung der Gaben in Jesu Leib und Blut, die Gemeinschaft der versammelten Gläubigen, der Empfang der Kommunion, der Friedensgruß und auch das gemeinsame stille Gebet: alle diese Elemente wollen uns spürbar machen, dass Gott lebendig in unsere Mitte und lebendig in unserem Leben ist!

In der augenblicklichen Situation müssen wir auf viele dieser Zeichen verzichten. Aber dennoch gilt, dass Gott lebendig in unserem Leben wirkt! In unserer Kirche gibt es die Tradition der geistlichen Kommunion. Das ist die Einladung sich innerlich und geistlich möglichst intensiv mit Gott und der Gemeinschaft der Kirche zu verbinden. Gott kennt keine Grenzen in seiner Menschenfreundlichkeit und Zuwendung. Die Nähe Gottes ist nicht von äußeren Zeichen abhängig.

Schon im menschlichen Miteinander gibt es unterschiedliche Grade von Nähe. Wo ist die Nähe zwischen den Menschen intensiver: in der drangvollen Enge der Straßenbahn oder mittels eines Liebesbriefes, der z.B. zwei Menschen in Bocholt und New York verbindet?

Geistliche Kommunion bedeutet, dass ich mich innerlich verbinde, mit Gott und den Menschen, die mit mir den Glauben teilen. Wo die hl. Messe gefeiert wird, vollzieht sich das ganze Geschenk der Liebe und Hingabe Gottes an die Menschen, auch wenn die sichtbare Versammlung der Gläubigen fehlt. Und umgekehrt gilt, wo ein Mensch sich im Herzen mit der Feier der Eucharistie verbindet, auch ohne leibhaft da zu sein, da wird Gottes Segen und Zuwendung den Beter erreichen. Gottes Möglichkeiten sind unbegrenzt!

 

Deshalb laden wir dazu ein, sich geistlich zu vernetzen:

In der Feier der hl. Messe, im Abendgebet um 19.30 Uhr, in der persönlichen Schriftlesung, dem Rosenkranzgebet oder dem Kreuzweg, beim Betrachten oder Singen eines Liedes aus dem Gotteslob. Unsere Kirchen Maria Trösterin und Ewaldi sind für das persönliche Gebet geöffnet. Dort werden auch Osterkerzen unserer Messdiener angeboten, die Pfarrnachrichten liegen aus, ebenso ein Impuls zum Sonntag und ein Vorschlag für eine Hausandacht! Auch auf unserer Internetseite sind diese Vorschläge zu finden.

Papst Franziskus lädt ein zum weltweit gemeinsamen Gebet des Vater Unser am Mittwoch, 25. März um 12 Uhr. Das ist eine Möglichkeit, eine große geistliche Gemeinschaft zu werden im Gebet um das Ende der Pandemie!

Und natürlich: Nutzen wir das Telefon, um gemeinsam im Kontakt zu sein und einander Mut zuzusprechen. Auch das kann ein Zeichen sein für die intensive Nähe und Zuwendung Gottes!

Bleiben Sie gesund

Ihr Pfarrer Andreas Hagemann

 

Fotos von der Messfeier zum Fest des Hl. Josef:

 

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