Grundstein der Josefkirche wird verlegt

2020 Grundstein Titel 1200

Auf der Agenda des regelmäßigen Treffens unserer Kirchenbaugruppe stand am Dienstag, dem 13. Oktober ein besonderer Punkt: Den Grundstein der Kirche in den Augenschein zu nehmen. Da der Chorraumboden im Rahmen der Renovierung erhöht wird, muss der  Stein in den Eingangsbereich verlegt werden. So bot sich der Gruppe eine einmalige Gelegenheit, den ca. 40 cm x 40 cm x 80 cm großen Steinquader samt Inhalt zu betrachten. Der Grundstein der Josefkirche wurde am 31. Mai 1896 eingemauert. In dem eher unauffälligen Stein ist vorne die Zahl 1896 eingraviert, die leider etwas beschädigt ist. In der Mulde unter einer Abdeckung findet ein Gefäß seinen Platz. Darin befinden sich eine Urkunde, eine Tageszeitung und einige Münzen. Solche Zeitkapseln wurden oft aus Kupfer hergestellt. Hier war es zum Glück Glas, so dass man, ohne das Gefäß zu öffnen, den Inhalt sehen konnte. Dadurch entfiel das aufwendige Öffnen unter Laborbedingungen in Schutzatmosphäre. Auf diese Art erfuhren die Beteiligten, dass es sich bei der Tageszeitung um die „Kölnische Volkszeitung“ handelt – eine katholische Tageszeitung, die 1896 schon seit 37 Jahren erschien. Bedauerlicherweise konnte die Zeitung nicht vollständig gelesen werden. Immerhin weißt die Gruppe jetzt, dass die „Draht-Adresse“ der Zeitung „Volkszeitung, Kölnrhein“ lautete und der vierteljährliche Bezugspreis für die Türkei 8,90 Mark betrug. Auch die Geldmünzen waren im Gefäß erkennbar. Nach der Begutachtung wurden die „Schätze“ wieder sorgfältig in der Vertiefung fixiert und der Grundstein kann jetzt an dem neuen Platz eingemauert werden. Wer weiß, wann sein Inhalt wieder zur Vorschein kommen wird? In der Weihnachtsausgabe vom Dreiklang gibt es mehr zu diesem Thema.

 

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