Palmsonntag

Das Herz öffnen,

die Hände ausstrecken,

und von dem abgeben, was wir haben.
Zugleich unseren Gott darum bitten,
dass unzählige Menschen

in allen Teilen der Erde

mit vielen, vielen kleinen Schritten
etwas Großes in Bewegung bringen
damit Gerechtigkeit und Frieden
eines Tages

auf den ausgelegten Palmen
endgültig Einzug halten

in diese Welt.

(Ch. Spilling-Nöker)

 

 

Gemeinde aktuell

 

Impuls zum Palmsonntag:

Evangelium: Jesus zieht in Jerusalem ein                         Mt 21, 1-11

Als sich Jesus mit seinen Begleitern Jerusalem näherte und nach Betfage am Ölberg kam, schickte er zwei Jünger voraus und sagte zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt; dort werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Fohlen bei ihr. Bindet sie los, und bringt sie zu mir! Und wenn euch jemand zur Rede stellt, dann sagt: Der Herr braucht sie, er lässt sie aber bald zurückbringen. Das ist geschehen, damit sich erfüllte, was durch den Propheten gesagt worden ist: Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir.

Er ist friedfertig, und er reitet auf einer Eselin und auf einem Fohlen, dem Jungen eines Lasttiers. Die Jünger gingen und taten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte. Sie brachten die Eselin und das Fohlen, legten ihre Kleider auf sie, und er setzte sich darauf. Viele Menschen breiteten ihre Kleider auf der Straße aus, andere schnitten Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Die Leute aber, die vor ihm hergingen und die ihm folgten, riefen: Hosanna dem Sohn Davids! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe! Als er in Jerusalem einzog, geriet die ganze Stadt in Aufregung, und man fragte: Wer ist das? Die Leute sagten: Das ist der Prophet Jesus von Nazaret in Galiläa.

Impuls:

Der Palmsonntag passt nicht in die Zeit. Nicht in den Ablauf des Lebens Jesu. Seine Lage war schon bedrohlich, er wusste darum. Er zögerte, zum Fest nach Jerusalem zu gehen.

Das Johannesevangelium berichtet: (Joh 7,1) Jesus zog in Galiläa umher; denn er wollte sich nicht in Judäa aufhalten, weil die Juden darauf aus waren, ihn zu töten. (Joh 7,30) Da wollten sie ihn festnehmen; aber keiner wagte ihn anzufassen, denn seine Stunde war noch nicht gekommen.

Und dennoch geht er nach Jerusalem und sein Kommen wird als großes Begrüßungsfest dargestellt. Als wenn ein König willkommen geheißen wird. Es kann nur Mahnung sein und zur Besinnung aufrufen, den Blick auf Jesus zu richten: er hat gelebt, wie viele es nicht für richtig hielten, er hat gebetet, wie viele es für Gotteslästerung hielten, er hat gepredigt, wie viele es für unerhört hielten, er hat geheilt, wie viele es für unerlaubt hielten, er hat sich denen zugewandt, wie viele diese schon abgestempelt hatten, er hat Leiden und Tod auf sich genommen, wie viele es für unverständlich hielten. Diesem Jesus wurde heute zugejubelt! Und ich?

 

Fragen:

1. Wie würde ich Jesus begegnen: ihm auch bedingungslos zujubeln, oder eher abseits stehen wie ein Zuschauer, oder ihn auch schon innerlich verurteilen und auf die Kreuzigung warten?

2. Zieht Jesus auch in mein Leben ein? Wo und wie würde das konkret werden und sich zeigen?

 

Besinnung: JESU WEG UND MEINE WEGE

Warum musste das sein?

Warum musste Jesus ausgerechnet in diese Stadt gehen, wo seine Gegner auf ihn warteten?

Hätte er der Konfrontation, die so vorhersehbar war, nicht ausweichen und einen anderen Weg gehen können?

Bin nicht auch ich selbst oft auf dem Weg, der mich in eine Konfrontation führt, die sich schon abzeichnet?

Erlebe ich nicht immer wieder, dass ich diesen Situationen nicht einfach ausweichen kann und der Weg vom „Hosianna“ zum „Kreuzige ihn“ auch für mich oft ein kurzer Prozess ist?

Jesus geht den Weg; er geht ihn mit der Fülle der Liebe, mit der er den Menschen zu allen Zeiten begegnete.

Er geht auch meine schweren Wege mit und macht mir Mut in der Liebe zu Gott und Menschen meinen Weg in der Welt zu suchen. (Reinhard Röhrner)

 

 

Wir gedenken der Verstorbenen der vergangenen Woche:

Paul Terhorst aus dem Gemeindeteil Ewaldi

Hannelore Deing aus dem Gemeindeteil St. Josef

Ingrid Pistol aus dem Gemeindeteil Ewaldi

Herbert Tepaße aus dem Gemeindeteil Maria Trösterin

Josef Liebrand aus dem Gemeindeteil Maria Trösterin

 

Ausfall der Palmsonntagskollekte in den Gottesdiensten gefährdet gesamte Arbeit im Heiligen Land

Der Deutsche Verein vom Heiligen Lande (DVHL) sieht mit Sorge ins Heilige Land: Wie soll die immer größer werdende Not der Menschen im Heiligen Land, ausgelöst durch die Corona-Pandemie, gemildert werden, wenn die Haupteinnahmequelle des DVHL, die Palmsonntagskollekte in den Gottesdiensten in Deutschland, ausfällt? Hinzu kommt, dass der vollkswirtschaftliche Schaden auch im Heiligen Land enorm ist und dass die Christen dort noch deutlich mehr als bisher auf unsere Hilfe und Solidarität angewiesen sein werden. Für die Menschen im Heiligen Land ist es daher von existenzieller Bedeutung, dass gespendet wird. Diesmal per Überweisung statt in den Klingelbeutel. Die Kontoverbindung des Sonderkontos lautet: Deutscher Verein vom Heiligen Lande, Pax-Bank, IBAN: DE13 3706 0193 2020 2020 10, Stichwort: Spende zu Palmsonntag. Bitte unterstützen Sie die Christen im Heiligen Land!

 

Geweihter Palm in Maria Trösterin und Ewaldi

Am Palmsonntag, dem 05. April, liegen ab 11:30 Uhr in den Kirchen Maria Trösterin und Ewaldi geweihte Palmzweige zum Mitnehmen aus. Außerdem können dort verschiedene Osterkerzen käuflich erworben werden. Die Kirchen sind nach wie vor und bis auf weiteres tagsüber geöffnet.

 

Blutspende in Mussum in der Halle vom Gilde-Handwerk im Harderhook

Der für den 06. April geplante Blutspendetermin in Mussum findet nicht im Pfarrheim statt, sondern von 16:00 – 19:30 Uhr in der Halle vom Gilde-Handwerk, Harderhook 19.

 

Netzwerk „Helfende Hände“ bietet weiter Hilfe an

Trotz oder gerade wegen der aktuellen Corona-Krisensituation bietet das Netzwerk „Helfende Hände“ weiter seine Unterstützung an. Wer sich unter Tel. 21793-118 daran wendet, wird auch weiterhin, natürlich unter Beachtung gesundheitlicher Vorsichtsmaßnahmen, Hilfe bekommen.

 

Selbstgestaltete Osterkerzen

In diesem Jahr stehen die selbstgestalteten Kerzen der Messdiener zum Verkauf in den Kirchen. Pro Kerze bitten wir um eine Spende von 5,00 €. Hiermit unterstützen Sie die Messdienerarbeit und den Kirchenumbau St. Josef. Besonders in diesen Zeiten benötigen wir ein Licht, in dem wir uns verbinden können.Die Messdiener wünschen Ihnen alles Gute!

 

Mitmachaktion für Kinder

Die Gruppenstunden und Gottesdienste der Erstkommunionvorbereitung wurden abgesagt und wir wissen leider auch noch nicht, ob die Erstkommuniontermine eingehalten werden können. Deshalb wollen wir gerade in dieser Zeit, in der wir viele „normale“ Dinge nicht tun können und uns zusammenreißen müssen, Anregungen zur Beschäftigung mit dem Thema geben. Wir werden Euch zu jedem Wochenende ein Faltblatt mit dem aktuellen Sonntagstext aus dem Evangelium zusenden. Die Blätter liegen auch in den Kirchen, die nach wie vor für das persönliche Gebet offen sind, aus. Außerdem könnt Ihr sie auf der Internetseite: www.st-josef-bocholt.de bekommen. Zu dem Text werden wir ein paar Gedanken und Ideen aufschreiben. Nehmt Euch doch die Zeit und lest den Text mit Eurer Familie und sprecht darüber. Vielleicht können unsere Fragen und Impulse dabei ein bisschen helfen.

Kreativaufgabe:

Malt doch einfach ein Bild zu dem Bibeltext oder macht ein Foto, vielleicht auch mit Lego oder Playmobilfiguren? Gerne könnt Ihr auch etwas basteln und das dann abfotografieren. Wie wäre es mit einem Kurzfilm? Die Ergebnisse könnt ihr dann immer bis dienstags an folgende Email-adresse senden: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Wir werden sie dann auf unserer Internetseite veröffentlichen (nur mit dem Vornamen).

Unter allen Einsendungen verlosen wir in jeder Woche drei Kinogutscheine (für die Zeit nach dem Coronavirus). Natürlich dürfen auch Kinder mitmachen, die sich nicht auf die Erstkommunion vorbereiten. Viel Spaß dabei!

   

Anregung für die Feier der Kar- und Ostertage

Noch nie habe ich ein Osterfest erlebt, ohne in großer Gemeinschaft in der Kirche unseren Glauben zu feiern. Die Corona-Krise fordert uns heraus. Es darf in diesem Jahr keine öffentlichen Gottesdienste geben. Aber das persönliche Gebet und die häusliche Feier dieses Festes ist uns nicht untersagt.

Als Pfarrer der Gemeinde werde ich stellvertretend für alle Glaubenden die Ostergottesdienste halten. Ich lade Sie alle ein, sich in einer großen geistlichen Gemein-schaft der Herzen zu verbinden und die Gottesdienste innerlich mitzufeiern. Nach der Palmsonntag-Messe können Sie in der Ewaldi-Kirche und in Maria Trösterin gesegnete Palmzweige mitnehmen und auch Osterkerzen erwerben. Auch das letzte Abendmahl, das Karfreitagsgebet und die Osternachtsfeier werde ich stellvertretend für Sie (unter Ausschluss der Öffentlichkeit) feiernDazu kann es hilfreich sein, auf das Angebot der Fernsehgottesdienste und der Internetübertragungen zu nutzen. Aus dem Dom in Münster werden an allen Tagen Live-Übertragungen im Internet zu sehen sein. Nähere Informationen zu den Übertragungen finden Sie auf: https://www.bistum-muenster.de/seelsorge_corona/uebertragung_von_gottesdiensten/

Für die Gestaltung der Kar- und Ostertage im eigenen Haus hat das Seelsorgeteam verschiedene Hausandachten gestaltet, die Sie in gedruckter Form in den Kirchen finden oder auch digital auf unserer Internetseite: www.st-josef-Bocholt.de

Vielleicht finden Sie sich an den Festtagen in ihrer Familie zusammen oder als Paar und beten gemeinsam die jeweilige Hausandacht. Mit einem gemeinsamen Abendessen am Gründonnerstag oder einem festlichen Mahl an Ostern kann ein besonderer Impuls gesetzt werden.

Vielleicht machen Sie einen Spaziergang und besuchen dabei auch die Kirche. Für das persönliche Gebet sind unsere Kirchen geöffnet.

Die Kreuzwege in allen drei Gemeindeteilen laden dazu ein, persönlich den Leidensweg Jesu nachzugehen und zu bedenken.

Am Ostersonntag brennt das Osterlicht in unseren Kirchen. Sie können ihre private Osterkerze daran entzünden.

Das Kontaktverbot verhindert die größeren Familientreffen. Aber dann bleibt Zeit für ein Telefonat! Vielleicht rufen Sie bewusst jemanden an, der alleine lebt und sich über einen Ostergruß freut! So können wir auch in dieser besonderen Krisenzeit unsere Osterfreude teilen!

Ihr Pfr. Andreas Hagemann

 

Haus-Andachteshefte mit Anregungen zu den Kar- und Ostertagen

Um für zuhause Anregungen für die Gestaltung von Gebetszeiten zu den Kar- und Ostertagen zu geben, liegen entsprechende Heftchen in unseren Kirchen aus.

Die Kirchen bleiben weiterhin für das persönliche Gebet geöffnet.

 

Gottesdienst im Fernsehen und im Internet

Eine gute Möglichkeit den Gottesdienst zu verfolgen bieten das Öffentlich-Rechtliche Fernsehen und auch verschiedene Angebote im Internet: Täglich um 8:00 Uhr wird ein Gottesdienst aus dem Paulus-Dom in Münster im Live-Stream übertragen. Wählen Sie im Internet: www.paulusdom.de oder www.bistum-muenster.de. Weitere Gottesdienstangebote mit Internet-Übertragung sind zu finden auf: www.kirche-und-leben.de – Gottesdienst-Livestreams aus dem Bistum Münster. Lesungstexte und Gebete für den jeweiligen Tag finden sich unter: www.erzabtei-beuron.de/schott/

Osterlicht ab Ostersonntag zum Mitnehmen

Das Osterlicht steht ab Ostersonntagmorgen in unseren Kichen Maria Trösterin und Ewaldi zur Abholung bereit. Bitte bringen Sie dazu (wie beim Friedenslicht aus Bethlehem zu Weihnachten) eine eigene Kerze mit.

Wenn Sie möchten, lassen Sie uns gerne Fotos Ihrer Ostertage zukommen an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Damit erteilen Sie uns automatisch das Recht zur Veröffentlichung in gedruckter und/oder digitaler Form (Pfarrnachrichten, Pfarrbrief, Homepage). Wir sind gespannt und freuen uns darauf!

 

Osterläuten der Kirchenglocken

Zum Zeichen der Auferstehung des Herrn werden in allen Kirchen am Ostersonntag von 9:30 Uhr – 9:45 Uhr die Glocken läuten.

 

Pfarrbüro in den Osterferien nur vormittags zu erreichen

Wegen der Corona-Krisensituation bleibt das Pfarrbüro mindestens bis zum Ende der Osterferien für den Publikumsverkehr geschlossen. Es ist aber vormittags von 09:00 – 12:00 Uhr telefonisch unter Tel. 217930 zu erreichen. Samstags – am 11. Und 18. April – bleibt es geschlossen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Osterbrot

Am Karsamstag zog jedes Jahr von der Küche aus ein Duft durchs Haus, der unbeschreiblich war. Am Ostersonntag schlug Großmutter dann mit dem Messer ein Kreuz über den gebackenen Laib Brot, schnitt ihn an, bestrich die Scheiben mit Honig und reichte sie uns. Jetzt war für sie Ostern.

„Sag doch, warum bäckst du nur einmal im Jahr Brot und das gerade zu Ostern?“ Auf diese Frage hin richtete Großmutter ihren Blick in die Ferne und begann zu erzählen:

„Es war nach dem Ersten Weltkrieg. Eine Handvoll bewaffneter Männer klopfte an die Haustür. Großvater wurde wegen vermuteten Widerstandes verhaftet, und wir mussten Ostoberschlesien sofort verlassen. Auf der Flucht rasteten wir eines Abends in einem kleinen polnischen Dorf. Für die Nacht wurde uns ein Backhaus zugewiesen. Wir waren hungrig, aber hatten nichts zu essen. Die Kinder weinten. Da stellte eine junge Frau eine Schüssel mit Mehl, ein Schälchen Sauerteig, einen Krug Milch und ein Tütchen voll Salz vor die Tür. Doch ich war hilflos, ich hatte noch nie Brot gebacken. Da kamen Frauen und halfen mir: Sie führten mir die Hände und mit der Sprache von Gebärden zeigten sie mir, wie es ging. Als das Brot warm duftend auf dem Brett lag, war ich sehr glücklich. Die Frauen sagten mir in schwerverständlichem Deutsch, dass ich das Brot erst morgen anschneiden solle, denn dann sei Ostern. Und sie stellten mir ein Töpfchen Honig dazu.

Versteht ihr jetzt, warum ich es Jahr für Jahr wiederhole und dabei der Frauen gedenke, die Liebe gaben, als die Welt so voller Hass war? Damals bin ich ein wenig aus meiner Not und Verzweiflung auferstanden!“

(nach W. Hoffsümmer (Hg.), Kurzgeschichten 4. 233 Kurzgeschichten für Gottesdienst, Schule und Gruppe, Matthias-Grünwald-Verlag, Mainz 1991, S. 62.)

Wir wünschen Ihnen allen

trotz aller derzeitigen Einschränkungen

ein frohes Osterfest!

 

 

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