Verhülltes sieht man besser … DAS KREUZ

Verh Kreuz EW5. Fastensonntag. Einige Gedanken zum Kreuz:

Wenn wir wachsam durch unseren Alltag gehen, können wir das Kreuz überall entdecken – nicht zuletzt in den Kirchen oder auf den Friedhöfen. In vielen arten und Formen der Kunstart verschiedener Epochen, mit und ohne Korpus Jesu begegnet es und auf den Straßen, in Häusern, in Kunstgalerien, Buchhandlungen und bei Juwelieren; gezimmert, gemeißelt, gedruckt, gemalt oder geschmiedet. Angeboten wird es als Geschenk bereits zur Taufe, spätestens aber zur Erstkommunion zum Aufhängen an die Wand oder für die Halskette. Zur Firmung können wir es moderner haben: als Briefbeschwerer oder Schlüsselanhänger.

Auch wenn dieses christliche Symbol allgegenwärtig zu sein scheint, ist eine Abneigung gegen das Kreuzzeichen bei vielen Menschen nicht nur außerhalb der Kirche zu spüren. Vielen fällt es heute beim Anblick des Kreuzes schwer, darin Hoffnung und Rettung zu sehen. Stattdessen wird es lediglich zum „Henker-Werkzeug“ degradiert und taugt bestenfalls noch als Modeschmuck oder Beiwerk einer Todesanzeige. Eltern klagen gegen das Kreuz im Schulzimmer, Abgeordnete gegen das Kreuz im Gerichtssaal. Freiwillig wird nicht nur auf ein religiöses Symbol, sondern auch auf einen Ausdruck unserer abendländischen Kultur verzichtet und gleichzeitig über Identitätsverlust geklagt...

Dabei bietet sich das Kreuz nach wie vor als Quelle vergebender, versöhnender und heilender Kraft an, die den Menschen sogar über den Tod hinaus trägt. Nur aus der Perspektive des Kreuzes lassen sich die Worte Jesu verstehen: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben.“ (Joh 11,25-26)

An diese Botschaft sollte das Kreuz uns erinnern, das zum Zeichen der Rettung geworden ist. Denn selbst die letzte Form der Ablehnung, die Tötung dessen, der Gott selbst war, hat die Liebe Gottes zu uns nicht sterben lassen. Gottes Liebe bleibt, und damit auch sein Ziel für uns: Freiheit, Leben, Gerechtigkeit für jeden einzelnen Menschen.

Die Botschaft vom Kreuz darf auch heute nicht entleert werden. Denn so, wie Christus uns nie verschwiegen hat, dass der Weg, der vor uns liegt, durch Leid und Tod hindurchführt, so hat er uns von Anfang an verheißen, dass er uns auch hineinnimmt, in seine Auferstehung.

Zusammengefasst von Katharina Mikolaszek

 

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